Griechische Weinregionen

  1. Makedonien-Thrakien
  2. Epiros
  3. Thessalien
  4. Zentralgriechenland
  5. Peloponnes
  6. Ionische Inseln
  7. Ägäische Inseln
  8. Kykladen
  9. Rhodos
  10. Kreta

Makedonien-Thrakien

Makedonien-Thrakien befindet sich im Norden und Nordosten von Griechenland. Obwohl Thrakien geografisch eigentlich nicht zu Makedonien zählt, werden beide Regionen weinbaulich als Einheit betrachtet. Makedonien ist dabei flächenmäßig die größte Region Griechenlands. Auf den drei Fingern der Halbinsel Chalkidike, mit dem weltberühmten Mönchsberg Athos, den nicht weniger bekannten, atemberaubenden Meteora-Klöstern und der pulsierenden Hauptstadt Thessaloniki, herrschen hervorragende Bedingungen für den Weinbau, was sich auch in vier ausgewiesenen Appellationen widerspiegelt. Im Unterschied zu den anderen Regionen Griechenlands ist das Klima in Makedonien relativ kühl und reich an Niederschlägen, genauso wie auch im östlich angrenzenden Thrakien. Schon bei den alten Dichtern Griechenlands, Jahrhunderte vor Christi Geburt, fanden die Weine Thrakiens Erwähnung. Ebenso wie in der benachbarten Weinregion Makedonien sind es vor allem Rotweine aus der Xynomavro-Rebe, die hier ausgebaut werden. Hier finden sich aufstrebende Gebiete, bei denen es bis zum großen Durchbruch nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte.

Epiros

Epiros, im Nordwesten Griechenlands an der Grenze zu Albanien gelegen, ist eine sehr karge, gebirgige Region. Das dünn besiedelte Gebiet hat nicht die lange Tradition anderer griechischer Weinregionen und verfügt lediglich über eine Gesamtrebfläche von knapp 900 Hektar. Der Rotwein von Epiros hat dennoch einen gewissen Bekanntheitsgrad über die Region hinaus gewonnen. Mit hauptsächlich ausländischen Reben versucht man hier seit einiger Zeit, den Weinbau voranzubringen. Fast die Hälfte der gesamten Rebfläche der Region gehört zum Qualitätsweinbaugebiet Zitsa.

Thessalien

Thessalien, oder auch Mittelgriechenland genannt, ist das Weinbaugebiet im zentralen Griechenland an der von Touristen stark frequentierten Westküste. Ein Großteil der produzierten Trauben sind zwar Tafeltrauben, aber auch hier finden sich einzigartige Rebsorten wieder, die Weine von guter Qualität hervorbringen. So werden in den Appellationen von Rapsani beim "Götterberg "Olymp und Anchialos, weit mehr als nur Weine für den Genuss vor Ort gekeltert. Die trockenen Weißweine und tieffarbenen Rotweine sind heute durchaus mehr als nur eine Bereicherung des Griechenlandurlaubs.

Zentralgriechenland

Die weiträumige Region rund um Athen einschließlich der Halbinsel Euboea war einst die "Retsina-Region "Griechenlands, des berühmten, geharzten Weißweines aus der Savatiano-Traube. Heute ist Retsina aber längst nicht mehr der Vorzeigewein des Landes, und auch in Zentralgriechenland geht der Trend eindeutig weg von geharzten Weinen. Zahlreiche Erzeuger zeigen mehr und mehr Profil und bringen interessante Abfüllungen auf den Markt. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Erzeugern außerhalb der Appellation, deren Landweine den Qualitätsweinen in Güte und Wertigkeit in nichts nachstehen. Dabei zeigt sich die gesamte Region äußerst dynamisch: So werden neben den klassischen griechischen Rebsorten im Weininstitut mit Sitz in Attika internationale Rebsorten in einem Versuchsweinberg gezielt auf ihr Potenzial getestet. Und auch unter Vermarktungsaspekten zeigen sich die Winzer um Attika sehr aktiv. Die erst 1999gegründete "Vereinigung der Weinproduzenten von Attika " hat sich dem Ziel verschrieben Weine der Region bekannter zu machen - und auch hier ist alles andere als Retsina gemeint.

Peloponnes

Der Peloponnes, die riesige Halbinsel in Griechenlands Südwesten, hat, da seine Appellationen mit ihren gut 10000 Hektar durchaus internationales Ansehen genießen, eine große Bedeutung für den griechischen Weinbau insgesamt. Er ist dabei ein Weinbaugebiet mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in seinen Teilregionen. Da ist zum einen der Küstenstreifen, der aber eher für den Anbau von Tafeltrauben (Rosinen) als für den Weinbau genutzt wird. Zum anderen der Westteil, der ein rechtfeuchtes Klima hat, und schließlich der eher trockene Osten. Das eigentliche Zentrum des Weinbaus liegt jedoch im Norden des Peloponnes, der in seiner Gesamtheit das größte Weinbaugebiet Griechenlands darstellt. Appellationen sind die Rotweinregion Nemea und weiter im Norden Patras, mit einer Weißwein- und zwei Likörweinregionen, sowie Mantinia. Und auch wenn die Weine des Peloponnes schon zu den bekanntesten Griechenlands zählen, ist die "Vereinigung der Weinproduzenten des Peloponnes ", die fast alle wichtigen Weinerzeuger vereint, bemüht, den Weinbau der Insel noch populärer zu machen.

Ionische Inseln

Die Ionischen Inseln Korfu, Kephalonia, Zakynthos, Ithaka, Leukas, Kythera und Paxos westlich des Festlandeshaben durch ihr warmes mediterranes Klima mit dennoch ausreichend Niederschlägen gute Voraussetzungen für den Weinbau. Autochthone Rebsorten werden zu guten Weinen, traditionell auch zu Süßweinen, verarbeitet. Allein auf Kephalonia befinden sich über 1000 Hektar der insgesamt 3600 Hektar Rebfläche, was Kephalonia zur"Hauptinsel " der Inselgruppe macht. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich die einzige Appellation der Ionischen Inseln auf Kephalonia befindet und auch ihren Namen trägt.

Ägäische Inseln

In vino veritas. Diese wohl bekannteste Aussage über den Lebenssaft Wein stammt aus dem antiken Griechenland. Genauer gesagt von Alkäus, der lange vor Christi Geburt auf Lesbos lebte, einer der Ägäischen Inseln im nördlichen Mittelmeer zwischen Griechenland und der Türkei. Neben anderen Überlieferungen ein weiteres Indiz dafür, dass auf diesen Inseln der Weinbau eine sehr lange Tradition hat, auch wenn Lesbos selber, wie auch Chios, für den Weinbau heute keinerlei Bedeutung mehr hat. Die meisten der Inseln sind griechische Appellationen mit zusammen gut 3000 Hektar Rebfläche und bringen hervorragende Weine hervor. Berühmtestes Beispiel sind sicherlich die süßen Likörweine von Samos,denen allerdings die von Limnos qualitativ in nichts nachstehen.

Kykladen

Auch wenn es auf den Kykladen mit ihren unzähligenkleinen Inseln östlich des Peloponnes insgesamt an die4000 Hektar Rebfläche gibt, haben lediglich zwei Inselnwirkliche weinbauliche Bedeutung:Paros und Santorini.Vor allem von letzterer mit ihrem sehr warmen Klima und ihren fast schwarzen, vulkanischen Böden kommen Weiß- und Süßweine mit international beachtlichem Stellenwert.

Rhodos

Die Dodekanes-Insel vor der türkischen Küste verfügt über eine sehr lange Weinbautradition. Trotz eines eher heißen Klimas gedeiht auf ihren insgesamt 700 Hektar der gleichnamigen Appellation ein sehr umfangreiches Sortiment. Von trockenen Weiß- und Rotweinen, über Likörweine bis hin zu Schaumweinen reicht dabei das Angebot.

Kreta

Kreta,fast schon abseits im Süden gelegen, ist Griechenlands größte Insel. Als Weinbauregion zählt sie zu einer der ältesten der Welt, wie Ausgrabungen gezeigt haben. Dementsprechend sind Rebflächen auf der Insel weit verbreitet, auch wenn nur ein Bruchteil davon wirklich zur Weinerzeugung genutzt wird. Die Anbaufläche dieser Insel ist aber so groß, dass trotzdem fast ein Fünftel des griechischen Weins hier gekeltert wird. Kretas Weinbau hatte im Laufe seiner Geschichte einen un-geheuren Vorteil: es blieb als eines der ganz wenigen Weinbaugebiete von der Reblaus verschont. So wurden viele, nur hier ansässige Rebsorten erhalten, was den Weinen einen einzigartigen Charakter gibt. Dies schlägt sich in gleich vier Appellationen nieder: Archanes mittrockenen Rotweinen, Peza mit trockenen Weiß-und Rotweinen, und Daphnes mit sowohl lieblichen als auch trockenen Rotweinen in der Inselmitte nahe der Hauptstadt Heraklion. Die vierte Appellation Sitia liegt im Osten der Insel, wo ebenfalls trockene als auch liebliche Rotweine produziert werden.